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29.03.2019: Gemeinsam verliehen wir unserem Anliegen Ausdruck!


Unsere Petition

Echte Veränderung passiert nur dann, wenn sich Menschen wie Du und ich zusammenschließen und aufstehn für das, woran sie glauben.

Gemeinsam können wir so viele Menschen erreichen und wirklich etwas bewegen!
Nachdem Du die Petition unterzeichnet hast, teile sie doch mit anderen.

Das geht ganz leicht:
Leite einfach den Link zur Petition mein.aufstehn.at an deine FreundInnen und Bekannten weiter oder teile ihn auf Facebook.


Hansjörg Auer, einer der weltbesten Alpinisten aus dem Ötztal, hat unsere Petition unterschrieben und wird zu unserer Veranstaltung kommen!

Ich bin kein vehementer Gegner, wenn es um das Schaffen von Infrastruktur im Tourismus geht. Etwas bedenklich wird es für mich nur, wenn man nie genug davon kriegen kann. Denn wir brauchen auch eine Landschaft bzw. Bergwelt die attraktiv bleibt, so wie sie entstanden war und dasteht. Vielleicht sehen wir diesen Wert unserer Berge und Täler nicht, da er uns so selbstverständlich erscheint.
Ein gleichgesinntes Miteinander und die gegenseitige Unterstützung in Fragen des Alltags und im Erleben der Natur sind zentrale Punkte menschlichen Zusammenlebens. Denn nur so können wir nachhaltig von der Beziehung Mensch, Tier und Natur lebenslang profitieren und unsere Landschaft auch für weitere Generationen als erleb- und genießbar erhalten.
In diesem Sinne unterstütze ich die Petition gegen die Lifterschließung der Feldringer Böden. Ein wichtiges Naherholungsgbiet für die einheimische Bevölkerung und auch für jene Gäste, welche für die „stillen Ecken“ ins Vordere Ötztal kommen. Zudem ist es ein bekanntes, lawinensicheres Winterwander- und Skitourengebiet während der kalten Monate.

Hansjörg Auer, Alpinist und Kletterer, Ötztal

Hansjörg Auer Damiano Levati Kristallwand

Emails an die Tiroler Landesregierung als "Stellungnahme zum Entwurf des Tiroler Seilbahn- und Schigebietsprogrammes 2018 (TSSP2018)":

Dr. Mag. Kerstin Zangerle, Imst:

Die Errichtung von Schigebieten und Seilbahnen hat in Tirol vielen Tälern sicher zu einem großen wirtschaftlichen Aufschwung verholfen, das ist nicht abzustreiten. Noch meine Elterngeneration kann davon erzählen, wie hart das Leben „vor dem Tourismus“ war, und selbst wenn die „gute alte Zeit“ im Nachhinein oft romantischer und verklärter gesehen wird – zurück würde ohne Zweifel so ziemlich niemand wollen, auch ich nicht. Ich glaube auch, dass die Tiroler Schigebiete, so wie sie derzeit sind, ihre Berechtigung haben -sowohl aus wirtschaftlicher Sicht, als auch, um Einheimischen und Gästen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten zu können.
Trotzdem können „Erweiterungen“ und „Zusammenschlüsse“ von Schigebieten nicht end- und grenzenlos weitergehen – gerade in Zeiten, in denen die Winter immer wärmer, das Schifahren immer unpopulärer, die Sommer immer heißer und die Tiroler Berge als Rückzugsmöglichkeit immer beliebter werden. Ich bin der Meinung: Genug ist genug.

  • Weil ein Mehr an Schneekanonen, Pistenkilometern und Liften zwar vielleicht kurzfristig einen kurzzeitigen Werbeeffekt und damit mehr verkaufte Liftkarten und Nächtigungen bringen können. Aber eben nur, bis das nächste Schigebiet irgendwo in den Alpen nachzieht und noch mehr bietet. Das ist auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht nachhaltig, während die Zerstörung alpiner Naturräume langfristig und nachhaltig ist.
  • Weil die Aussicht, im Tourismus zu arbeiten, vielen jungen Leuten in Schiorten offenbar nicht mehr besonders attraktiv scheint, weshalb sie ganz andere Ausbildungen anstreben und abwandern, sodass vor Saisonbeginn verzweifelt Köche, Kellner u.ä. gesucht werden müssen.
  • Weil auch einheimische Bergsteiger, Wanderer und Schitourengeher Gäste sind, die zwar vielleicht keine Liftkarte brauchen, aber dafür durchaus nach der Tour gerne etwas essen und trinken,. Und weil Wandern, Bergsteigen und Schitourengehen in naturnahen Bergen viel schöner ist, als zwischen Liftstützen, Speicherteichen, umgepflügten Wiesen, Pistengeräten und Baggern. Und weil mein Sohn in 20, 30 Jahren auch noch seinen Kindern die Schönheit der alpinen Kultur- und Naturlandschaft näherbringen können soll.
  • Weil, wie schon oben erwähnt, auch im Sommer immer mehr Menschen die Schönheit unserer Berge entdecken. Schon allein, weil durch den Klimawandel die Temperaturen in vielen Großstädten im Sommer immer unerträglicher werden.
  • Weil viele Leute nach Norwegen, Island, Peru, Ecuador, Bolivien, Nepal,… fahren, um dort unberührte Natur erleben zu können. Warum nicht auch bei uns? Und zwar wirklich alpine Natur ohne technische Erschließung, Inszenierung, Kindererlebnisland und ähnlichem. Noch gibt es das!
  • Weil die Staus und die Luftverschmutzung am Fernpass, im Zillertal und in vielen anderen Tälern schon schlimm genug sind. Und zwar inzwischen fast das ganze Jahr über. Weil die Möglichkeiten, anders, als mit dem Auto zum Schiurlaub anzureisen, sofern es sie überhaupt gibt, immer noch zu umständlich, zeitaufwändig und unbequem sind, um wirklich attraktiv zu sein. Und weil der bessere Ausbau von Straßen zwar vielleicht den ein oder anderen Stau verkürzt, sonst aber auch nur wieder mehr Verkehr bringt.

Ich bitte Sie daher, noch einmal zu überlegen und zu diskutieren, ob der - meiner Meinung nach nur kurzfristige – wirtschaftliche Gewinn wirklich die langfristige und nachhaltige Zerstörung von Gebieten wie z.B. dem Linken Fernerkogel (eine bei Kursen und Bergführern sehr beliebte „Einsteigergletschertour“ im Pitzal), oder den Feldringen Böden (im Sommer wunderschön und im Winter eine perfekte, lawinensichere Schi- oder Schneeschuhtour für so ziemlich jeden, sogar für Kinder im Kindergartenalter!), um nur zwei von Erschließungsplänen bedrohte Gebiete, die mir besonders gut bekannt sind, zu nennen, wert ist.
Genug ist genug!